Blau-Weißer Wahnsinn

FC Aufbau Sternberg - SSV Blau-Weiß Dobbertin  3:5 (3:1)

Da unsere Seite erst vor wenigen Wochen online ging, finden sich leider keine Spielberichte zu allen Spielen dieser Saison. Da aber einige klasse Spiele dabei waren und einige sogar einfach nur Wahnsinn waren, wollen wir versuchen einige Berichte für unser Archiv zu schreiben. Vielleicht finden die Besucher unserer Seite ja Gefallen daran.
Unvergesslich für unseren Verein war sicher das Spiel gegen die zweite Mannschaft des FC Aufbau Sternberg am 11. Spieltag der Saison.
Da das Spiel für einen Samstag angesetzt war, fielen einige Spieler berufsbedingt aus, hinzu kam die schwere Verletzung von Stürmer Danilo Gall. Die Verstärkungen David Schack, Michael Müller, Sebastian Gayko und Nico Blank sollten erst im Winter zur Mannschaft stoßen. Beim Training am Vorabend verletzte sich obendrein Torwart Michael Straßburg und fiel ebenfalls aus.
Mit acht Mann trat unsere „Elf“ dann schließlich an, selbst die Erwärmung dieses kleinen Haufens zu sehen, war mehr als merkwürdig. So stand Tim Westphal also im Tor, davor eine Dreierkette bestehend aus Kapitän Kevin Erdmann, Henry Borchert und Holger Sickert. Im Mittelfeld dann die zweite Dreierkette mit Enrico Gall, Paul Kunze und Marcel Kessler. Im Sturm dann schließlich ein einsamer David Heß.
Das Spiel begann verhalten, die Dobbertiner bemühten sich die Räume eng zu machen und kämpften um jeden Ball. In der 4. Minuten dann bereits der erste Rückschlag, das 1:0 für ruhig agierende Sternberger. Doch die Gäste zeigten sich unbeeindruckt und gingen zum Angriff über. Dabei versuchten sie immer wieder die Bälle zu David Heß zu bringen, der die Bälle vorne sicherte und auf die nachrückenden Mitspieler wartete. Dabei behauptete er sich mehrmals gegen gleich mehrere Abwehrspieler. In der 13. Minute schickte Paul Kunze Enrico Gall auf die Reise, der durch seine Schnelligkeit den Weg in den gegnerischen Strafraum fand und dort das Auge für David Heß hatte, der zum Ausgleich einschob.
Die Sternberger nun sichtlich geschockt, versuchten das Spiel zu beruhigen und im Ballbesitz zu bleiben, doch die Gäste kamen trotzdem vereinzelt zu Chancen. Unsere Jungs standen durch ihre akute Unterzahl immer wieder vor Problemen. Wie sollte man Eckbälle ausführen ohne in Konter zu laufen? Wie sollte man die Räume eng halten und die Angriffe der Sternberger stoppen? Bis zur 36. Minute gelang dies durch viel Laufarbeit hervorragend, dann schlugen die Sternberger das zweite Mal zu. Der sonst so ruhige Trainer Peter Goldberg trieb sein Team lautstark an und lief an der Seitenlinie wild auf und ab. Trainer Ingo Kunze versuchte die Ruhe zu bewahren, was ihm sichtlich schwer fiel.
In der 40. Minute dann das 3:1 für die Gastgeber, die das Spiel nun im Griff hatten. In der 45. Minute verletzte sich ein Sternberger Abwehrspieler bei einem Angriff der Dobbertiner ohne Fremdverschulden schwer. Mehrere Spieler beider Teams übernahmen die Erstversorgung, der Wettkampf war vorerst vergessen. Schiedsrichter Udo Matthews bewies Fingerspitzengefühl, wartete in Ruhe auf den Krankenwagen und gestattete den Spielern obendrein noch eine verlängerte Halbzeitpause, um ihre Gedanken zu ordnen und sich vom Schreck zu erholen.
Sarah Horn hatte die Sporttasche ihres Mannes Nils Horn-Petersen mitgebracht, in der Hoffnung Nils würde es nach der Arbeit zur zweiten Halbzeit schaffen. Unsere Jungs saßen also in der Kabine und warteten aufgeregt auf ihren neunten Mann. Beim Eintreffen von Horn-Petersen schlug die Stimmung in der Kabine um. Man wollte es nun wissen. Konnte man dieses Spiel vielleicht sogar noch drehen? David Heß rückte nun ins Mittelfeld und Nils Horn-Petersen wurde zum Einzelkämpfer im Sturm. Die Dobbertiner schalteten nun voll auf Angriff. Kapitän Erdmann hielt die Abwehr zusammen, im Mittelfeld wirbelten Enrico Gall, Paul Kunze und David Heß mit ihrem Kurzpassspiel den Gegner durcheinander und Nils Horn-Petersen beschäftigte die gegnerische Abwehr im Alleingang. In der 65.Minute dann endlich der Anschlusstreffer, doch leider entschied der Schiedsrichter auf Abseits und gab den Treffer nicht. Doch die Dobbertiner marschierten weiter und weiter. In der 71. Minute dann das 2:3 durch Enrico Gall, der wie so oft kaum zu halten war, auch wenn sich wiedermal einer seiner Schuhe zerlegte. Nur zwei Minuten später dann der Ausgleich durch Nils Horn-Petersen nach toller Einzelleistung. Nun brachen alle Dämme und es war klar, hier war sogar ein Sieg möglich. Unsere mitgereisten Spielerfrauen feuerten das Team wie immer an und die Mannschaft wollte nun zeigen was in ihr steckt. Die Ereignisse im Spiel überschlugen sich, die Sternberger in der 76. mit einer Großchance, die sie zum Glück vergaben. Kurz darauf dann David Heß mit einem Distanzschuss, der unhaltbar den Weg ins Tor fand. Die Gastgeber waren nun völlig neben der Spur, kamen durch ihre Überzahl aber immer noch zu Chancen und die Dobbertiner verteidigten mit Mann und Maus. In der 93. Minute erlöste Nils Horn-Petersen seine Mitspieler mit dem 5:3, der Sack war zu und der Schiedsrichter pfiff das Spiel ab.
Unsere Jungs lagen sich in den Armen, obwohl man nicht so recht wusste was da geschehen war. Trainer Goldberg stimmte ein Liedchen an, welches er bis zur Weihnachtsfeier ständig auf den Lippen hatte, Trainer Kunze gratulierte jedem Spieler mit einer Umarmung und Enrico Gall brachte es mit den Worten „Ich könnte mich selbst besteigen“ auf den Punkt.
Dies Spiel war der Wahnsinn, wir danken den wenigen mitgereisten Zuschauern und sind froh dass der Sternberger Spieler letztendlich nicht zu schwer verletzt war. Wir können jedem Fußballbegeisterten nur empfehlen sich die Spiele unseres SSV Blau-Weiß Dobbertin anzusehen, denn solche Spiele sind sicher unvergesslich und kommen bei uns durchaus öfter vor.

 

Marcel Kessler

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